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Rüdiger Heescher: Attac und die Finanzmarktkrise

Hallo in die Runde

Vorab
ich bewege mich seit Jahren in Internet Foren, wo man davon ausgehen
kann, dass das Bildungsniveau für mindestens 70 % gleich null ist und
dem des Bildzeitungsleser entspricht. Aus meiner Zeit im Ruhrgebiet
kann ich real ähnliches feststellen.

- Erstens ist attac nur dem Bildungsbürger bekannt. Dem
Bildzeitungsleser ist attac völlig unbekannt.

- Zweitens ist das Akzeptanzproblem schon alleine durch
differenziertheit hausgemacht und wird keinen hinter dem Ofen
hervorlocken, wenn man das gleiche in den Augen des Bildzeitungsleser
sagt, was auch unsere Regierung andauernd erzählt: "wir müssen die Finanzmärkte stärker regulieren" "Wir müssen den den Kapitalismus zähmen und wieder zurückführen zu einer sozialenMarktwirtschaft" Wenn im gleichen Momant die Stiftung für soziale Marktwirtschaft in Talkshows auftritt und neoliberale Konzepte verkauft.

- drittens erzielt man nur akzeptanz und überhaupt gehör, wenn man auf
"Volkes Stimme" eingeht. Die Stammtische sind sehr einfach gestrickt
und es geht dabei nicht als Bildungsbürger gehör zu finden, dadurch
dass man differneziert dinge deutlich macht. Denn das kommt nicht an
und wird nicht wahrgenommen und heute sogar mit dem Tenor des
Mainstreams durch Regierung selbst sogar als Geschwätz gewertet. Sowas
kommt nur bei Grüner Wählerschaft an, aber nicht bei der Masse.

- viertens der Bildzeitungsleser weiss zwar nicht viel, aber weiss
zumindest soviel, dass er das Gefühl hat, dass alles den Bach runter
geht und glaubt in seinem Nichtwissen eigentlich damit schon alles zu
wissen und handelt entsprechend für ihn rational. Er ist nicht blöd in
dem Sinne, nur sind ihm die differenzierten Äusserungen nur suspekt,
weil es es nicht versteht, was nun die Hintergründe sind und wieso das
eine etwas anderes sein soll als das andere, was irgend welche
Politiker oder mainstream organisationen (wie mittlerweile auch attac)
vorschlagen und sagen.

- fünftens kommt man mit Provokanten Äusserungen, die polarisieren
jetzt viel näher an die Masse heran, als wenn man kompliziertes
schreibt und sagt. Daher sollten wir eher sagen, dass der Kapitalismus
scheisse ist und man nun sieht wo es hinführt, als dass man indirekt
sagt, dass der Kapitalismus noch zu retten ist mit differnzierter
Betrachtung. Denn so kommt es an, wenn attac sich äussert.
Weichgespülte Kritik am Kapitalismus wird nicht wahrgenommen und liegt
völlig im Mainstream. Wen hört dann der Bildzeitungsleser eher? Attac
oder die Bundesregierung?

- Wir haben nun die Chance Kapitalismus als ganzes, als Systemisches
anzugreifen. Nie war die Gelegenheit so gut wie heute. Und die Chance
der Akzeptanz steigt mit der Zeit. Die Zeit arbeitet also für uns
anstatt gegen uns.
Die Kirchen haben eine andere Strategie und verurteilen nun die Gier
der Menschen und machen es an den Menschen fest, die nun alle zocker
geworden sind.
Wir sollten anders agieren und systemisch argumentieren und dabei die
Menschen mitnehmen. Das sehe ich als Aufgabe von attac.

Allerdings geht das nur, wenn man der Masse vor Augen hält, dass
Kapitalismus scheisse ist als ganzes. Provokant und Mutig muss man
dann agieren und nicht differenziert. Das Geschwafel über
"demokratisierung der Finanzmärkte" versteht keiner ausser
Bildungsbürger, der sich nur über Bildzeitung und Tagesschau
informiert, wenn überhaupt.
Daher muss man nicht Kapitalismuskritik in Wattebäuschchen verpacken
und den Anschein von Konstruktivität vermitteln, was ja nicht mal
gelingt, denn es erreicht ja keinen, sondern muss sich provokant
positionieren. Sonst wird man nicht wahrgenommen und auch nicht
wirklich einen schritt weiter in Regulierungen kommen. Attac hat sich als Bildungsbewegung aufgemacht um eine Alphabetisierung über ökonomische Zusammenhänge aufzuklären. Die ökonomische Alphabetisierung hat nicht rechtzeitig zum Gau funktioniert und man muss jetzt neue Wege finden.
Wenn wir jetzt nicht die normalen Leute von der Strasse mitnehmen,
dann werden wir ganz schnell unbedeutend, denn das wovor wir gewanrt
haben ist ja jetzt eingetreten und wir machen keine Vorschläge udn
warnen nicht weiterhin, was jetzt alles falsch läuft durch die ganzen
Konjunkturpakete.

Da ist ein Obama ja sogar besser mit seinem Konjunkturpaket, wenn er
vorschlägt in die Infrastruktur zu investieren, was wir eigentlich
genauso machen müssten um unsere Daseinsvorsorge zu sichern.
Denn das ist das entscheidnende, was für den normalen Bürger noch am
hilfreichsten sein wird in der kommenden Wirtschaftskrise. Einhergehend kommen wir dann wieder zu einem Gemeinwohldenken, was eben gegen dem Gemeinwohldenken der EU steht, wo davon ausgegangen wird, dass der Markt nicht schädigend auf das Gemeinwohl wirken würde sondern stützend.
Hier können wir also aufzeigen, dass unser altes Grundgesetzdenken,
dass man im Zwiefel im Sinne des Gemeinwohls den Markt abschaffen muss.
Dazu muss dann aber sich ganz attac bereit erklären, das auch so zu
sehen und sich zu unserem Grundgesetzdenken zu bekennen und nicht
glauben, dass man durch rechtliche Tricksereien auf EU Ebene das
Denken der EU aushebeln oder austricksen kann.

Daher muss man sich nun entscheiden bei attac, ob wir weiterhin
unserem Grundgesetzdenken folgen oder ob wir uns schon auf EU
Verfassunsgdenken folgen wollen in der Hoffnung durch rechtliche
Tricks unser System grösstenteils zu erhalten.

Es ist eine Grundsätzliche Frage. Ich plädiere daher dafür, dass wir uns auf unser Grundgesetz berufen und klar sagen, dass nun unser Gemeinwohl wichtiger ist als der Markt und der Markt dem Gemeinwohl schadet und damit einen klaren Antikapitalismus provokant äussern.
Anders werden wir sonst nicht mehr wahr genommen und werden auch sonst nicht die Menschen mitnehmen können, die es wirklich angeht und sonst am meisten unter der Wirtschaftskrise zu leiden haben.
Also systemisch argumentieren und auch eine klare Antikapitalistische

Haltung einnehmen und nicht wie die Kirchen es tun mit der Gier
einzelner Menschen zu argumentieren und nur einen moralischen Impetus
zu geben. Kapitalismuskritik äussert ja mittlerweile sogar schon die FDP. Also
werden wir uns nicht von denen beim normalen Bildzeitungsleser
unterscheiden können.

gruss
Rüdiger


(Mail vom 26. November)

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