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Flucht

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31. August 2016 - Köln:

Veranstaltung zum Antikriegstag 2016:
"Fluchtursachen: Die Verantwortung liegt auch bei uns"
Veranstalter:
DGB-Stadtverband Köln 
Friedensbildungswerk Köln
[ Vortrag von Günter Küsters ]

14. August 2016 - Martin Breidert:

Offener Brief an den EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm:
Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender Professor Bedford-Strohm,
ich beziehe mich auf den Bericht im ZDF-heute journal vom 13.8.2016 über Ihren Besuch bei der Bundeswehr-Marine im Mittelmeer.
Ich bin verwundert, dass Sie - gemeinsam mit unseren Politikern - die Auffassung vertreten, man müsse den sogenannten Schleusern das Handwerk legen.
Wir haben in Deutschland die paradoxe, um nicht zu sagen irrsinnige Rechtslage, dass man, um das Grundrecht auf Asyl geltend zu machen, zunächst illegal nach Deutschland einreisen muss.
Aus diesem Grunde gibt es Schleuser. Weil Menschen keinen anderen Ausweg mehr sehen, sind sie bereit, hohe Summen zu zahlen und dafür ihr Leben zu riskieren.
Ich habe zwei Jahre für EMS als Pfarrer für die Presbyterianische Kirche in Ghana gearbeitet. Aus dieser Zeit rührt noch manche Freundschaft. Ein Sohn eines befreundeten ghanaischen Pfarrers hat, mit meiner finanziellen Unterstützung, erfolgreich ein Medizinstudium absolviert, er ist trotzdem in Ghana arbeitslos. Ein anderer Sohn hat Petrochemie studiert. Seit einigen Jahren wird vor der Küste Ghanas Öl gefördert. Jedoch bringt die chinesische Ölfördergesellschaft  ihre eigenen Ingenieure mit. Auch er ist arbeitslos.
Am 23.1.1985 (!)  fand deutschlandweit ein Afrikatag statt, an dem sich alle Medien und auch die Kirchen beteiligten. Der Grundtenor dieses Aktionstages war: Es müssen die Fluchtursachen, nämlich die Armut,  bekämpft werden. Trotz dieses oftmals wiederholten öffentlichen Bekenntnisses hat sich seit 30 Jahren nichts verbessert. Die Situation in den afrikanischen Ländern ist inzwischen noch  viel schwieriger geworden, weil die neoliberalen  terms of trade zu Lasten der afrikanischen Länder gehen. Die Schleuser bedienen ganz im Sinne unseres westlichen Kapitalismus einen Markt. Wo eine Nachfrage ist, findet sich auch ein Markt.
Indem Sie, sehr geehrter Ratsvorsitzender, dazu aufrufen, die Schleuser zu bekämpfen, haben Sie nur die Symptome vor Augen, aber nicht die Ursachen.
M.E. soll  sich die  Kirche  dafür einsetzen, dass Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern auf legalem Weg das Grundrecht auf Asyl geltend machen können, statt  alle Schleuser zu kriminalisieren. Nach der Barmer Theologischen Erklärung V ist es Aufgabe des Staates, für Recht und Frieden zu sorgen.  Der Staat begeht  Unrecht, wenn  er  die Geltendmachung des Grundrechts auf Asyl nur dadurch ermöglicht, dass Flüchtlinge gezwungen sind, sich illegal  und mit Hilfe von Schleusern Zutritt nach Deutschland bzw. in den Schengenraum zu verschaffen. So war meinem Onkel  die Flucht aus dem KZ Gurs in Südfrankreich nur dadurch gelungen,  als Schleuser ihm halfen, über Spanien in die USA zu fliehen.
Ich finde es geradezu peinlich, dass Sie und Ihr Militärbischof Sigurd Rink, früher  für mich  zuständiger Propst,  Ihre Ansprachen vor Soldaten hielten, die in Reih und Glied angetreten waren. Peinlich finde ich dies für unsere Kirche, peinlich finde ich es auch für Sie selbst, der Sie einst bei der FEST  in Heidelberg für eine klar orientierte Friedensethik eingetreten waren.  Da erschien mir der Auftritt von Papst Franziskus auf Lampedusa sehr viel überzeugender und glaubwürdiger, jedenfalls nicht so militaristisch angehaucht, wie es leider einer langen protestantischen Tradition  in Deutschland entspricht.
Dass durch die Bundeswehrsoldaten christliche Werte verteidigt würden (so jedenfalls im Bericht im Heute -Journal), ist für mich blasphemisch und erinnert mich an das Koppelschloss, das mein Vater zusammen mit Millionen anderen Wehrmachtsoldaten trug: "Gott mit uns". Christliche Werte sind für mich solche, die sich am Leben und an der Lehre Jesu orientieren. Jesus verzichtete nicht nur auf Soldaten, sondern auf Legionen Engel.
Ich erlaube mir, dieses Schreiben in Kopie an Militärbischof Sigurd Rink zu senden.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Breidert

ZDF-Bericht über den Besuch des EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm bei der Marine  (ab 10. 25 Min)

Juni 2016 - KLARtext e.V., Reinhard Frankl:

Deutsche Wirtschafts- und Außenpolitik: Fluchtursache in Syrien!
Der Krieg in Syrien hat seit 2011 zwischen 250.000 und 350.000 Tote und fast zwei Millionen Verletzte gefordert. Er hat mehr als die Hälfte der 22 Millionen Syrer zu Flüchtlingen   gemacht,   acht   Millionen   im Land selbst und mehr als vier Millionen im Ausland, vor allem in den Nachbarländern   Türkei,   Libanon und Jordanien.
[ mehr ] [ bestellbar über info(at)klartext-info[dot]de ]

7. Januar 2016 - IPPNW, Matthias Jochheim:

Niemand flieht aus freien Stücken
Es ist gut und ein ermutigendes Zeichen, dass so viele Menschen, gerade auch Ärztinnen und Ärzte sich bereitwillig und spontan an Hilfsaktionen für die Hunderttausenden von Menschen beteiligen, die vor Zerstörung und Not in ihrer Heimat nach Europa und zu uns nach Deutschland geflohen sind. „Hilfsbereitschaft“, gelebte Humanität sind vielleicht die besseren Begriffe hierfür, als die etwas seltsam anmutende „Willkommenskultur“, die ja regierungsamtlich möglicherweise schon recht bald wieder von einer Abschiebungs-Unkultur abgelöst werden wird – Gesetzesverschärfungen sind bereits auf den Weg gebracht, und der Menschlichkeit sollen in Deutschland rigide Obergrenzen gesetzt werden.
...
Die Flüchtlingsstöme, die nun auch Westeuropa erreicht haben, sind Ausdruck einer internationalen Krise, für die der Westen mit seinem kriegerischen Vorgehen eine besondere Verantwortung trägt. Mancher von uns erinnert sich noch an einen großartigen Bundespräsidenten Heinemann, der mahnte: „Wer mit dem Finger auf die Verfehlungen der anderen weist, zeigt dabei im gleichen Moment mit drei Fingern auf sich selber.“
Es wäre dringend, solche Weisheit wieder an den Schalthebeln der Regierungsmacht zu wissen. Wir können darauf aber nicht warten, sondern müssen als informierte und engagierte BürgerInnen aktiv bleiben – mit Empathie für die Opfer und Entschiedenheit gegenüber den KriegstreiberInnen.
[ vollständiger Beitrag ]

5. Februar 2014 -medico international:

Mehr als Überleben
Bericht aus dem palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk in Damaskus

Das syrische Regime versucht, „aufständische Gebiete“ und die darin noch verbliebene Zivilbevölkerung durch eine künstliche humanitäre Krise zu bestrafen - mit Erfolg. Die betroffenen Menschen werden müde und zusehends verzweifelter. AktivistInnen sind gezwungen, humanitäre Hilfe zu leisten oder sie bemühen sich, irgendetwas zu machen, damit es den Betroffenen besser geht. Die Selbstlosigkeit und Effektivität mit der dies geschieht, zeigt, dass die gelebte Solidarität noch nicht am Ende ist - trotz Hunger, Gewalt und Zukunftsangst.
[ vollständiger Bericht ]

5. Dezember 2012 - PAX CHRISTI:

Flucht ist kein Verbrechen! NEIN zur Inhaftierung von Flüchtlingen!
pax christi-Generalsekretärin warnt vor Inkraft setzen der geplanten EU-Aufnahmerichtlinie
[ vollständige Kurzmeldung ]